
Neue Westfälische (Bielefeld) vom 07.03.01
1. Einleitung
Bei der DNA-Replikation verkürzen sich ständig die Chromosomenenden
(Telomere). Deshalb ist die Teilungsfähigkeit von z.B. menschlichen
Somazellen begrenzt. Die Telomerlänge wird daher in einen direkten Zusammenhang
mit dem Alterungsprozess von Zellen gebracht.In der Keimbahn und den
meisten Tumoren ist ein Enzym, die Telomerase, aktiv, das die Telomere
wieder verlängert. (2) + Computeranimation
In unserem Beitrag haben wir drei voneinander unabhängige
Versuche durchgeführt und ausgewertet:
- Nachweis von Telomeren durch die In-Situ-Hybridisierung (Mikrobiologie
der Uni Bielefeld, Herr Fungyun-Sun) (3)
- Nachweis der unterschiedlichen Telomerlängen in Zelllinien unterschiedlichen
Alters durch ein Genomisches Southern Blot / Telomere Length Assay
(Pathologisches Institut der WWU Münster, Herr Dr. Schäfer) (4.1)
+ Computeranimation
- Messung der Telomeraseaktivität mit Hilfe des TRAP (Telomeric Repeat
Amplification Protocol) Assays in malignen und normalen Zellen (Pathologisches
Institut der WWU Münster, Herr Dr. Schäfer) (5.1)
Im Zusammenhang mit den durchgeführten Experimenten diskutieren wir Zellalterungstheorien
(4.2) und gehen auf die Bedeutung der Telomeraseforschung
in der Krebsmedizin (5.2) ein. Darüber hinaus stellen
wir die Erbkrankheit Progerie (6) vor, die sich durch
frühzeitiges, schnelles Altern äußert und auf stark verkürzte Telomere zurückzuführen
ist. Weiterhin wird der Zellalterungsprozess am Beispiel von "Dolly"
(7) dokumentiert.