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Gymnasium Bethel

Konfliktmanagement

Schwerpunkt: Beschwerden von Schülerinnen und Schülern und deren Eltern

Vorbemerkung

Das Gymnasium Bethel fühlt sich dem Grundsatz verpflichtet, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, umstrittene Entscheidungen und Beeinträchtigungen von Rechten  zwischen den am Schulleben beteiligten Gruppen (in erster Linie Schüler/-innen, Eltern, Lehrer/-innen) wahrzunehmen und an deren Lösung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu arbeiten. Diese Konflikte können beispielsweise durch Missverständnisse innerhalb des schulischen Zusammenlebens, durch die Missachtung der Klassen- oder Schulordnung oder durch Verstöße gegen die Rechts- oderVerwaltungsvorschriften entstehen.

1.  Eingrenzung auf den Schwerpunkt ‚Beschwerden von Schülerinnen und Schülern und deren Eltern’

Wenn Schülerinnen und Schüler die üblichen und geltenden Regel und Absprachen in Bezug auf den sinnvollen Verlauf des Unterrichts oder des schulischen Zusammenlebens missachten, ist zunächst pädagogisch sinnvolles Handeln auf Seiten der Unterrichtenden gefragt. ‚Beschwerden’ über ein solches Schülerverhalten und deren Lösungen gehören zum pädagogischen Kerngeschäft . Dabei ist eine einvernehmliche und unterstützende Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten hilfreich. Grundsätze und mögliche Maßnahmen dieser pädagogischen Arbeit sind u.A. im Schulgesetz unter ‚Erzieherische Einwirkungen’ und ‚Ordnungsmaßnahmen’ (vgl. § 53 SchulG) formuliert. Dieser Aspekt soll im Folgenden hier nicht weiter ausgeführt werden.

Es geht an dieser Stelle auch nicht um Widerspruchsverfahren nach §§ 68ff. Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO). Diese Verfahren beziehen sich auf schulische Entscheidungen, die Verwaltungsakte sind, z.B. Entscheidungen über die Aufnahme oder Entlassung einer Schülerin oder eines Schülers, deren Versetzung oder Nichtversetzung und Prüfungsentscheidungen.

Unterschiedliche Sichtweisen und Bewertungen von Zuständen oder Entscheidungen, die zu einer Beschwerde von Schülerinnen und Schülern und/oder deren Eltern Anlass geben, beziehen sich in der Regel auf den Unterricht als komplexen Vorgang, also auf Fragen der Fachlichkeit des Unterrichts, der Bewertung von Lernleistungen und des angemessenen und respektvollen Umgangs zwischen Schülerinnen und Schülern, deren Erziehungsberechtigten und Lehrerinnen und Lehrern.

Konfliktmanagement an unseren Schulen bedeutet in dem hier genauer zu erörternden Zusammenhang, die unterschiedlichen Wege nachzuzeichnen, die Schüler/-innen und deren Eltern bei Unzufriedenheiten und Meinungsverschiedenheiten, die nicht unter die oben skizzierten Zusammenhänge fallen, beschreiten können.

2.  Sachbezogene und personenbezogene Beschwerden

Kritik am Zustand der schulischen Gebäude (ein Fenster ist nicht mehr winddicht) oder eines unterrichtlichen Hilfsmittels (ein Videorekorder ist defekt) werden sicher vergleichsweise einfach gelöst werden können. Mündliche oder schriftliche Hinweise an die verantwortlichen Personen (z.B. Hausmeister oder Medienassistent), ggf. über die Fach- oder Klassenlehrer, das Sekretariat oder die Schulleitung schaffen in der Regel Abhilfe.

Unzufriedenheit wegen der Durchführung des Unterrichts oder der Situation in einer Klasse, sei es in Bezug auf fachliche oder pädagogische Fragestellungen, Kritik am Umgang eines Lehrers oder einer Lehrerin mit einer Schülerin oder einem Schüler sind ungleich komplexer und müssen deshalb differenzierter erfasst werden.

Bei allen Konfliktfällen, die nicht durch die Beteiligten auf dem Wege einer direkten Aussprache beigelegt werden können, gilt der Grundsatz, auf Beschwerden möglichst weit "unten", also dort einzugehen, wo ihnen unmittelbar nachgegangen und sie damit 'konfliktnah' aufgearbeitet werden können.

Das gilt z.B. auch für einzelne Noten im Unterricht oder auf dem Zeugnis oder auch für Zurechtweisungen der Schülerin oder des Schülers, die keine Ordnungsmaßnahme nach § 53 SchulG sind.

Wenden sich Eltern oder Schülerinnen und Schüler direkt an die Schulleitung, so werden sie unter Hinweis auf das hier beschriebene Verfahren zunächst an die 'unteren'  zuständigen Ebenen verwiesen. Weicht die Schulleitung ausnahmsweise von diesem Verfahren ab, so wird der beteiligte Lehrer oder die Lehrerin umgehend über diesen Vorgang unterrichtet.

3.   Verfahrensregelungen

3. 1 Verfahrensregelungen

Studentafel

Studentafel

Studentafel

 

4.   Strategien der Konfliktlösung

Als Reaktion auf die Beschwerde findet in jedem Fall eine Konfliktanalyse statt. Es wird festgestellt, gegen welche Maßnahmen sich die Beanstandung richtet und wer dafür verantwortlich ist. Dazu sind ggf. noch weitere Informationen über den Streitpunkt einzuholen. In einem Gespräch, an dem möglichst alle Betroffenen und die um Hilfe gebetene Instanz beteiligt sind, wird der umstrittene Sachverhalt erläutert und nach einer Lösung gesucht.

Der nicht am Konflikt Beteiligte hat zunächst die Aufgabe, die Moderation des Konfliktgespräches zu übernehmen. Diese Form der Mediation findet auf allen Ebenen des Beschwerdevorgangs statt.

Wenn es auf diesem Wege zu keiner Einigung kommt, die alle Beteiligten akzeptieren können, ist es Aufgabe der Schulleitung, für eine Lösung in diesem Konflikt zu sorgen. Ist der Dienstvorgesetzte der Meinung, dass die Kritik am Verhalten eines Unterrichtenden berechtigt ist und das Verhalten sich nicht ändert, so stehen u. a. folgende Maßnahmen zur Lösung des Problems zur Verfügung:

- fachliche oder pädagogische Beratung durch die Schulleitung

- fachliche oder pädagogische Begleitung durch Kolleginnen und Kollegen

- Unterrichtsbesuche

- Anordnung einer fachlichen oder pädagogischen Fortbildung

- begleitende und beratende Gespräche über einen längeren Zeitraum

Abschließend ist es wichtig, die Vorgehensweise und die Resultate des Konfliktlösungsvorgangs zu evaluieren und die Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Dazu gehört auch die Rückmeldung an alle am Prozess beteiligten Gruppen und Personen.