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Gymnasium Bethel

Medienkompetenz

1. Warum beginnt das Gymnasium im Schuljahr 2020/21 in der EF mit der digitalen 1:1-Ausstattung?

Nach einer zweijährigen Arbeitsphase mit iPads als Dienstgeräten für Lehrer*innen und 35 Leihtablets für den unterrichtlichen Einsatz haben wir den jetzigen Jahrgang EF als ersten Jahrgang ausgewählt, weil wir im Umgang mit diesen Schüler*innen der damaligen 9. Klassen großes Interesse an der Arbeit und stetig wachsende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien konstatiert haben – wir wollten und wollen diese  Kompetenzen nutzen und darauf aufbauen und darüber hinaus den Prozess der Digitalisierung unserer Lernumgebung, der pandemiebedingt katalysiert wurde, schulisch aktiv begleiten.

2. Warum haben wir uns für iPads als schulische Standardausstattung entschieden?

Mit Beginn des Schuljahrs 18/19 ist an unserer Schule die Entscheidung gefallen, iPads als Dienstgeräte für die Lehrer*innen und Airplay/Apple TV als Standards für das Drahtlos-Streaming entschieden. Begleitend dazu haben wir 35 iPads als schulische Leihgeräte für den Unterricht angeschafft, die in verschiedenen Klassen zum Einsatz kommen.

Da Lehrer*innen in verschiedenen Jahrgängen unterrichten, war und ist uns wichtig, dass sie überall mit demselben Betriebssystem, denselben Oberflächen und Funktionen arbeiten können.

Mit Blick auf das, was Schüler*innen in ihren Schultaschen an Gewicht tragen können, fiel dabei die Wahl auf iPads, weil sie mobil und leicht sind, ihr Bildschirm dabei aber so groß ist, dass A4-Seiten gut lesbar sind und Visualisierungen übersichtlich dargestellt werden. Sehr niedrigpreisige Geräte, die tägliche Transporte in Rucksack und Schultasche überstehen und über mehrere Jahre eine gleichbleibende Akkuleistung haben, sind aktuell kaum auf dem Markt. Wenn ein Gerät schnell einsatzbereit sein soll, muss es (siehe Ultrabooks für den Businessbereich) eine SSD und einen leistungsfähigen Prozessor besitzen, damit geraten wir aber schnell in ein Preissegment, das wir für nicht mehr vertretbar halten.

iPads eignen sich nach unserer Erfahrung sehr gut dafür, Medien unterschiedlicher Art (Bild, Video und Audio) zu erstellen und damit den Anforderungen des Medienkompetenzrahmens NRW gerecht zu werden, nach dem unsere Curricula sich ausrichten.

Ihr schneller Einsatz ermöglicht einen breiten Einsatz im Fachunterricht verschiedener Jahrgänge.

Im Kontext dieser Überlegungen und erster Erfahrungen im Einsatz einzelner Geräte von der EF bis zur Q2 ist im August 2020 in Rücksprache mit Eltern- und Schülervertretung die Wahl auf iPads für die 1:1-Ausstattung gefallen, weil diese Ausstattung einen wesentlich flexibleren und weitreichenderen Einsatz erlaubt als die in ihrer Anzahl sehr limitierten und auf dem Campus teilweise nur mit Schwierigkeiten trag- bzw. navigierbare Tabletkoffer.

3.Warum iPads von Apple und nicht Gerät X vom Hersteller Y?

Jeder Mensch entwickelt im Lauf seines Lebens Vorlieben für Betriebssysteme, Hard- und Software. Trotzdem ist es innerhalb einer Organisation (Schule, Unternehmen) sinnvoll, weitgehend standardisiert zu arbeiten. Eben diese Standardisierung verfolgen wir mit der Auswahl von iPads als Arbeitsgeräten. Für diese Entscheidung maßgeblich waren nicht Lifestyle-Erwägungen, sondern schnelle Einsatzmöglichkeit, vielfältige Nutzungsszenarien und Stabilität.

4. Welches Gerät und welches Zubehör soll ich kaufen?

Ein iPad der neuesten Generation mit 32GB plus Stift kostet ca. 400 Euro. Allein dieses beiden Utensilien stellen die Basis der unterrichtlichen Arbeit mit den Geräten dar. Es ist nicht nötig und seitens der Schule nicht gefordert, ein Gerät mit 128GB samt teurer Tastatur u.ä. Zubehör zu erwerben. (Es lassen sich zum Beispiel auch günstige Bluetooth-Tastaturen an ein iPad anschließen, um längere Texte zu schreiben.)

5. Warum gibt es nicht mehr Rabatt?

Wir haben als Schule Angebote verschiedener Anbieter eingeholt und dabei festgestellt, dass die Preise trotz größerer Bestellmengen wenig Spielraum bieten. Dies liegt zum einen an der aktuell sehr hohen Nachfrage, zum anderen an der Preispolitik des Herstellers. Für uns ausschlaggebend waren Händler und Ansprechpartner vor Ort, mit denen andere Schulen gute Erfahrungen gesammelt haben. Darüber hinaus sind wir primär eine Bildungseinrichtung und keine Einkäufer von Hardware, die tagesaktuell die günstigsten Marktpreise anbieten können.

Das Sammelbestellformular, das wir mit der ersten Elternmail verschickt haben, ist ein Angebot, keine Verpflichtung zum Kauf. Es steht allen Eltern frei, einen anderen, ggf. günstigeren Anbieter zu wählen.

6. Was ist das für ein Bestellformular?

Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wie wir eine Sammelbestellung als Schule so handeln können, dass kein Transfer von 120 Papierbestellungen in ein digitales Formular nötig ist, weil unsere Ressourcen für das Lehren und Lernen und nicht für Verwaltungstätigkeiten benötigt werden. Darüber hinaus wollten wir kein digitales Dokument (z.B. als Excel-Sheet) zur kollaborativen Bearbeitung zur Verfügung stellen, aus dem ersichtlich ist, wer welche Bestellung tätigt. Darum haben wir (nur für den internen Gebrauch!) dieses Bestellformular erstellt, hinter dem eine Excel-Liste liegt, die wir dem Händler übergeben, der auch die Rechnungsstellung übernimmt. Wir können nicht auf den Warenkorb des Händlers verlinken, weil die Preisbündel nur für unsere Schule gelten.

7. Was mache ich, wenn ich aufgrund eines sozialen Ungleichgewichts (Arbeitslosigkeit, alleinerziehend, mehrere schulpflichtige Kinder o.ä.) kein Gerät kaufen kann?

Das Land NRW hat für den Ausgleich sozialer Ungleichgewichte am 22. Juli 2020 Fördermittel zur Verfügung gestellt, die wir für unsere Schule zwei Wochen später beantragt haben. Aus diesem Paket erhält das Gymnasium 120 Tablets mit Pencils und Hülle, die bereits eingetroffen sind. Die Klassen- bzw. Leitfachleitungen haben bei den ersten Elternabenden im neuen Schuljahr eine Bedarfsabfrage gestartet, um zu ermitteln, welche Schüler*innen aufgrund ihrer sozialen Situation ein schulisches Leihgerät benötigen - die Rückmeldungen werden bei uns gesammelt, die Geräte auf der Basis eines Kriterienkatalogs, der soziale Härten berücksichtigt, schrittweise nach Eintreffen ausgegeben. Falls Sie nicht dazu befragt wurden, melden Sie sich bitte bei uns.

8. Warum kann die Schule nicht von den Geldern des Digitalpakts für jedes Kind ein Gerät kaufen?

Vom o.g. Sofortausstattungsprogramm für Schüler*innen zu unterscheiden ist der eigentliche Digitalpakt, von dem gern medial kolportiert wird, Schulen riefen die Gelder nicht ab (was teilweise stimmt, für uns aber nicht zutrifft). Die wesentlich höheren Summen in diesem Topf sind dazu gedacht, Investitionen in die IT-Infrastruktur der Schule zu tätigen. Das Land NRW hat hier eine Deckelung vorgenommen, die vorsieht, dass nicht mehr als 20% des Geldes für schulische Endgeräte (fest installierte PCs, Notebooks) ausgegeben werden dürfen. In Absprache mit den Fachschaften erhalten wir aus diesem Topf beispielsweise neue Messgeräte für die Naturwissenschaften, digitale Whiteboards, Geräte für einen Maker Space (3-D-Drucker u.ä.), von denen Ihre Kinder im Fachunterricht profitieren werden.

Da wir verpflichtet sind, der BR über unsere Ausgaben jederzeit transparent Rechenschaften zu geben, dürfen wir diese Gelder nicht dazu verwenden, allen Schüler*innen ein Endgerät zu kaufen.

9. Wie gehen wir mit Anforderungen des Informatikunterrichts um?

iPads ermöglichen eine breite Palette an Einsatzszenarien im Fachunterricht, stoßen aber beim Programmieren an ihre Grenzen. Darum stehen für den Informatikunterricht und auch für das Verfassen längerer Texte an unserer Schule zwei gut ausgestattete Informatikräume und Leih-Notebooks als Neugeräte zur Verfügung, die für den Informatikunterricht genutzt werden.

10. Muss ich in diesem Jahr ein iPad kaufen, wenn ich bereits im Frühling ein digitales Endgerät gekauft habe?

Wenn Eltern bzw. Schüler*innen bereits im Kontext des Distance Teaching ein anderes Gerät gekauft haben, so kann dieses Gerät für den unterrichtlichen Einsatz weitergenutzt werden. Wir wollen niemanden dazu zwingen, doppelt Hardware zu kaufen.

11. Was tun Sie als Schule gegen den Diebstahl von Hardware?

In der Schule stehen genügend Schließfächer zur Verfügung, die anmietbar sind. Wir vertrauen insbesondere mit Blick auf eine ausgeprägtere Eigenverantwortung in der Oberstufe darauf, dass Schüler*innen auf ihre Habseligkeiten (das betrifft z.B. auch teure Räder und Mobiltelefone) verantwortlich aufpassen.

12. Kann das iPad auch zu Hause genutzt werden?

Für uns stellt das Tablet ein Arbeitsgerät dar, das morgens ausreichend geladen mitgebracht werden sollte. Darüber hinaus kann es privat genutzt werden, solange der schulische Einsatz nicht beeinträchtigt wird (z. B. freier Speicherplatz).

13. Warum nutzen Sie neben IServ auch MS 365 auf Lehrer- und Schülergeräten?

Die Schulplattform IServ läuft mit Blick auf Geräteverwaltung, Software-Upload und als Kommunikationsplattform mit Schwerpunkt E-Mails und Messengerdienste sowie Datenspeicherung stabil. Wo wir aber in der alltäglichen medienpädagogischen Alltagsarbeit an unsere Grenzen stoßen, sind folgende Punkte:

  • a) Digitale Kollaboration: Lernen ist neben individueller Anstrengung immer auch ein sozialer Prozess. Im digitalen Raum wird dieser Prozess durch Software unterstützt, mit der synchron und asynchron zusammengearbeitet werden kann. Mit iServ sind kollaborative digitale Formen der Zusammenarbeit nicht bzw. nur eingeschränkt möglich.
  • b) Das Videokonferenztool unter IServ greift auf die Freeware Big Blue Button zurück. Es läuft bei Lerngruppen über 15 Schüler*innen nicht immer performant. Hinzu kommt, dass eine Bildanzeige nur bei 3-5 Schüler*innen möglich ist. Das ist mit Blick auf Beziehungsarbeit auf Distanz wenig erfreulich, weil niemand gern in rauschende schwarze Bildschirme kommuniziert. Tafelbilder, Mitschriften und Arbeitsergebnisse können in der iServ-Videokonferenz nirgendwo gespeichert werden.
  • c) Perspektivisch möchten wir mit Blick auf die EF One Note als digitales Kursbuch einführen, weil wir uns davon – aus Schüler- und Lehrersicht – eine einheitliche digitale Infrastruktur auch für ggf. hybrid verlaufenden Unterricht versprechen (Speichern digitaler Tafelbilder, Hausaufgaben, Kursmitschriften an einem Ort).
  • d) Mit einer Veränderung der Lernumgebung ändern sich auch Lernprodukte: Unser Alltagsleben wird zunehmend multimodal, und so entstehen im Unterricht zunehmend Videos, Audios u.ä., die wir gern in einer geschützten Lernumgebung präsentieren. Auch dazu bietet MS mit Stream eine sehr gute Möglichkeit, Youtube ist hingegen nicht der Ort, Schülerleistungen zu präsentieren.

14. Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Wir verfolgen konstant die aktuellen datenschutzrechtlichen Diskussionen in einschlägigen Fachforen und Publikationen sowie die gegenwärtige Rechtsprechung.

Aktuell gilt für die Nutzung, dass neben dem Vor- und Nachnamen nur die von den Benutzer*innen individuell eingegebenen und erhaltenen Daten und Informationen in der Microsoft Cloud gespeichert werden. Die verwendeten Server der Firma Microsoft liegen im europäischen Handelsraum, die Server für die Plattform Teams liegen in der Bundesrepublik Deutschland.

Darüber hinaus praktizieren wir eine vollständige Trennung von Schulnetz (pädagogische Nutzung) und Verwaltungsnetz (personenbezogene Daten aller an Schule Beteiligten).

15. Wie bilden Sie Ihre Lehrer*innen weiter?

Mit Beginn der Pandemie hat sich an unserer Schule eine Arbeitsgruppe medienaffiner Kolleg*innen gebildet, die monatlich Fortbildungsnachmittage mit überfachlichen und fachlichen Schwerpunkten für das Kollegium anbieten. In den letzten Schuljahren und auch in diesem Jahr wurden und werden schulinterne Fortbildungstage für die Qualifikation zum Lehren und Lernen im digitalen Raum genutzt. Darüber hinaus ermöglichen wir unseren Lehrer*innen mit den Mitteln des Digitalpakts den Zugang zur Online-Fortbildungsplattform fobizz.com, die von vielen Schulen in Deutschland genutzt wird, um digital asynchron flexibel weiterzulernen.

16. Wie kann ich mich als Elternteil in die Entwicklung des digitalen Lernens am Gymnasium aktiv einbringen?

An unserer Schule diskutieren und konzipieren Kolleg*innen, Schüler*innen und Eltern seit mehr als zwei Jahren das Lernen der Schüler*innen im digitalen Raum – seit diesem Schuljahr in Form einer offenen Schulentwicklungsgruppe. Alle interessierten Eltern sind herzlich eingeladen, Teil dieses Teams zu werden. Für eine Teilnahme an der Sitzung bzw. Aufnahme in den Verteiler zwecks Terminsetzung kontaktieren Sie bitte patricia.drewes@fvbschulen.eu.

Über diese Schulentwicklungsgruppe hinaus bieten Schul- und Elternpflegschaftssitzungen Räume zur aktiven Diskussion und Partizipation und – im Falle einer Wahl zur Schulkonferenz – die Möglichkeit, Schule stimmberechtigt mitzugestalten.



Ihre Ansprechpartner*innen:

Patricia Drewes


Dr. Sigrun Henkenjohann


Tobias Winkler


Guido Drüke

technische Betreuung


FAQ zur Einführung von Tablets in der EF

Konzept zum Unterricht in Präsenz und Distanz im Schuljahr 2020/21